• judithboettger

Visionsworkshop an Schulen - oder "Mut zur Veränderung"

In der Zusammenarbeit mit Schulen lädt die Pacemaker Initiative – wo immer möglich – zu einem Visionsworkshop ein. Oftmals stehen zum Anfang Fragen rund um die mangelhafte Ausstattung oder auch sehr konkrete Wünsche nach Schulungen zu bestimmten Apps im Vordergrund.


Wie aber fühlt es sich an, den konkreten Schulalltag mit seinen Herausforderungen und Restriktionen hinter sich zu lassen und zunächst einmal frei und kreativ ein Bild von der eigenen Schule zu malen, wie sie in ein paar Jahren aussehen sollte? Was sollte sich verändern? Wie wäre die Kultur an der Schule und wie würde ein dann ganz normaler Schultag sich für Lehrkräfte und Schüler:innen gestalten?


Mit Hilfe der – auch in der freien Wirtschaft – oft genutzten Methode “Draw your Future” der amerikanischen Beraterin und Künstlerin Patti Dobrowolksi geht es auf eine kleine Reise, die zunächst einmal oft einen kleinen innerlichen Sprung der Teilnehmenden erfordert. Es wird gemalt, sich körperlich bewegt, um die oft beherrschenden kognitiven Gehirnareale mal zu einer Ruhepause zu überreden, um im zweiten Teil des Workshops dann in abwechselnden Kleingruppen die Ideen und Visionen wieder in Richtung Realität zurückzuführen. Am Ende steht dann ein oft unerwartet konkreter Action-Item-Plan, der die eben noch als so riesig empfundenen Ziele in kleine, gangbare Schritte unterteilt. Und während des anschließenden Prozesses kann dieser Plan als eine Art Kompass fungieren: Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Müssen wir einen neuen Kurs anlegen?


Besonders wertvoll – wie auch meist immer noch ungewohnt – ist die Teilnahme von Schüler:innen. Denn schließlich geht es um sie, so dass ihre Teilhabe am Prozess der Digitalität aus Sicht der Pacemaker Initiative unerlässlich ist.


Genau diesen Weg sind wir nun mit dem Erzbischöflichen Berufskolleg Neuss gegangen. In einer Runde bestehend aus Schulleitung, Lehrkräften und Schüler:innenhaben wir intensiv an deren Vision gearbeitet. Eine besondere Fokussierung lag hierbei auf der Frage, wie Digitalität mit den Werten einer katholischen Schule zusammengehen kann. Wie und wo können sich diese Werte in der alltäglichen Arbeit wiederfinden?

Im Workshop haben sich alle Teilnehmenden mit großer Offenheit auf den Prozess eingelassen. Und statt der Frage nach „Welche Anwendungen sind nutzbar?” ging es um wesentlich grundsätzlichere wie „Wie können wir unsere Schüler:innen besser einbinden?” oder „Wie können wir den Mut zur Veränderung stärken?”.

Für uns als Pacemaker Initiative sind solche Klärungsprozesse kleine Sternstunden. Denn erfolgreiche Digitalität kann nur dann erfolgen, wenn genau solche Fragen jenseits der technischen Aspekte beantwortet sind, wenn genau dieser Mut zur Veränderung von möglichst vielen in der Schulgemeinschaft aktiv getragen wird.


Wir erfahren immer wieder: Eine gelebte Digitalität bedeutet für viele Schulen aktuell noch immer Utopie. Eine Vision davon zu haben, ist bereits ein erster Schritt – und der Visionsworkshop bietet genau den Anker zum Hier und Jetzt. Womit können wir morgen anfangen? Welche sind die ersten Schritte hin zu unserer Vision und wen müssen wir dafür einbinden und mitnehmen?

Wir danken den Teilnehmenden am EBK Neuss für ihre Offenheit, für ihren Mut und den Gestaltungswillen, den sie alle sehr eindrucksvoll im Visionsworkshop gezeigt haben!




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