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Haltung 101

Aktualisiert: Apr 28

„Alles eine Frage der Einstellung.“ sagen Eltern seit Anbeginn der Zeit. Lehrer auch. Aber ebenso das „Journal of Social Psychology“, demzufolge die persönliche Grundeinstellung in jeder einzelnen Situation maßgeblich deren Verlauf bestimmt. Soweit so gut, aber was bedeutet das konkret?


Dafür begeben wir uns weg von den Binsenweisheiten und Wissenschaften hin zu rohen Erfahrungen nach einem Jahr Pacemaker. Wir befinden uns an einer Schule in Deutschland. Hansi bekommt eine Gruppenaufgabe, die nicht so einfach zu lösen ist. Er hat aber alle Werkzeuge dafür und benötigt einzig den Willen dazu. Seine erste Reaktion ist aber Frustration, Ablenkung an seinem Handy und die Bestätigung: „Das geht nicht!“. Lisl ist in derselben Situation, hat dieselben Mittel zur Verfügung und fragt bei Hürden nach. Lisl bekommt Impulse und löst schließlich die Aufgabe. Das Resultat sind Endorphine, neue Fertigkeiten und die Bestätigung: Ich schaffe das!


Das Gute für Hansi ist: Haltung ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist vielmehr durch Erfahrungen wandelbar. Genau, wie er durch vergangene Erfahrungen verfestigt hat, dass „das nicht geht“, kann er neue Erfahrungen sammeln, die seine Haltung zum positiven wenden – hin zu “Ich schaffe das. Ich löse das Problem eigenständig.”

Wie das klappen kann, erfahren wir durch einen Abstecher zurück in die Wissenschaften. Die Motivationspsychologie von Ryan & Deci besagt, dass ein Mensch (1) eine Zugehörigkeit zu einer wertschätzenden Gruppe benötigt, in der er (2) seine Kompetenzen produktiv und möglichst (3) eigenständig einbringen kann. Sind diese Komponenten gegeben, kommt er in Gelegenheiten Fehler zu machen und Herausforderungen in einer wertschätzenden Umgebung zu meistern. Selbstwirksamkeit wird kultiviert.  (Sind sie es nicht, wächst eher der Grad an Fremdbestimmung und Verantwortungsabgabe stetig. )


Aus diesem Grund knüpfen die Pacemaker Schüler*innen als Expert*innen Workshops an dem Wissen in Hansi an, das er erst gar nicht mit der Aufgabe verbindet. Gemeinsam wird die Situation in der Gruppe umgedeutet in eine „Ich schaffe das“-Situation, indem er mit seiner Expert*innen-Gruppe die Herausforderung meistert, präsentiert und Anerkennung erfährt. Die Workshops sind nicht bloße Kabelkunde und Software-Fortbildungen. Sie sind Erfahrungsräume, in denen es um die Haltung geht, dass jedes Problem gelöst werden kann und dass die eigenen Ideen gewertschätzt werden. Dafür meistern die Teilnehmer*innen Hürden, beraten sich gegenseitig, lernen mit unlösbaren Aufgaben zu scheitern und dieses Scheitern zu reflektieren.


Wenn Einstellung alles ist, ist die persönliche Grundeinstellung noch mehr. Diese so auszubilden, dass das Glas halb voll ist, freut nicht nur die Eltern, sondern auch die Lehrer*innen und vor allem Lisl und Hansi selbst.

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