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Digitale Medien in der Sporthalle? – Kein WLAN, also geht nicht? – Geht doch!

Aktualisiert: Apr 28

Erfahrungsbericht zum Einsatz eines Rasperry Pi/ Moodlebox im Sportunterricht als WLANspot

Letzte Woche, am 20.11.2019, wurden im Rahmen der Digitalen Unterrichtswerkstatt an der Dieter-Forte-Gesamtschule Lehrer*innen sowie Schüler*innen im Bereich digitales Lernen weitergebildet. Im Tandem planten und unterrichteten Digitalexperte Christian Schmahl und Lehrer/Fachexperte Josip Musan eine Sportstunde mit einer MoodleBox.

Im Kreativraum erzählen sie von ihren Erfahrungen:


Kurzinformationen


Anwendungsmöglichkeiten: Das Konzept ist für jeden Unterrichtseinsatz geeigent in dem digitale Medien eine Rolle spielen, die Rahmenbedingungen aber kein Internet bzw. WLAN bieten. (Sporthalle, Exkursion, Sportplatz, schlecht ans Netzwerk angebundene Räume im Schulgebäude, u.A.)


Ausstattung: Für die Umsetzung wird mindestens ein Raspberry Pi 3A, 3B, 3B+ oder 4B und der Moodle-Lernumgebung, dem weltweit meistgenutzten Open-Source-Learning-Management-System, benötigt.


Zeitbedarf: Der Zeitbedarf für die Ersteinrichtung liegt je nach dem bei ca. 1-2 Stunden. Das Einspielen von Dateien auf die Box erfolgt vom Heim PC oder MAC in der aktuellen Moodleversion per Drag-und-Drop, also sekundenschnell.


Kosten: Die Kosten für die Anschaffung des Rasberry Pi plus Speicherkarte liegen bei ca. 65 EUR


Altersstufe: Der Einsatz der Moodlebox ist in allen Schulformen und Lerngruppen möglich.

Wir haben in der Sporthalle aber kein Internet!“,so die Aussage aller Kolleginnen und Kollegen mit denen ich bisher im Rahmen der PACEMAKER Initiave bei einer DUW zusammengearbeitet habe. Häufig führt dieser Umstand dazu, dass digitale Medien im Sportunterricht keine Rolle spielen. Zu viel Aufwand, zu viel Störfaktoren, zu schlechte Rahmenbedingungen, zu wenig Zeit. Die Argumente gegen den Einsatz von digitalen Medien im Sportunterricht sind vielfältig. „Das kann man ja vielleicht mal in einem Unterrichtsbesuch machen oder im Leistungskurs!“, so eine weitverbreitete Meinung, die mir immer wieder begegnet ist.


Thorsten Greb von www.digital-lernen.de schreibt hierzu:


„Während digitale Medien in der Unterrichtsvorbereitung inzwischen üblich sind, zeigt sich beim praktischen Einsatz im Sportunterricht häufig noch ein anderes Bild. Laut einer Befragung, die von den Sportwissenschaftlern Christian Optiz und Dr. Ulrich Fischer zum Medieneinsatz im schulischen Sportunterricht der Sekundarstufe II durchgeführt wurde, gaben etwa 80 Prozent der Befragten an, „den Einsatz einer Videokamera, eines Notebooks, DVD-Players oder eines Beamers während der gesamten Oberstufe nie erlebt zu haben.“ (https://www.digital-lernen.de/nachrichten am 21.11.2019)


Tatsächlich habe ich auch lange mit diesen Glaubenssätzen meinen Unterricht bestritten. Im Rahmen einer Fortbildung bin ich allerdings auf einen spannenden Lösungsansatz gestoßen, der für mich so überzeugend war, dass ich mich nun in diesem Artikel dazu auslassen möchte.


Kennt ihr die MoodleBox?

Diese Frage konnte ich klar mit einem JEIN beantworten, denn schließlich war mir Moodle seit ca. 10 Jahren in meinem Lehrerleben ein Begriff. In Schule und Seminaren haben wir eine solche Plattform oft genutzt und als Administrator bin ich von den Möglichkeiten dieses Systems überzeugt. Aber die MoodleBOX kannte ich nicht.

Auf der Seite www.moodlbox.net findet man zu diesem Tool folgende Erklärung. „MoodleBox ist ein eigenständiges kleines und kostengünstiges mobiles Gerät, das ohne Internet funktioniert. Sie kombiniert einen WLAN-Access Point mit einem voll ausgestatteten Moodle-Server.“


Was heißt das für mich?

Nun, ich kann jedem beliebigen Ort auf digitale Materialien (Pdf, WAV, Mov, mp3, mp4, jpeg, raw, usw.) per WLAN zugreifen, ohne einen echten Internetzugang zu haben. Den Zugriff auf die Box ermögliche ich allen Schülerinnen und Schülern in dem Moment, wenn ich die Box in die Steckdose oder mit einer Powerbar verbinde. Mit dem Ausschalten ist der Moodlekursraum (Abbild des schon bekannten Kurssystems) wieder weg und alle Dateien ebenso.


Während den Digitalen Unterrichtswerkstätten in Düsseldorf Reisholz und Eller haben Kolleginnen und Kollegen mit mir zusammen Unterricht in der Sporthalle auf diese Weise erfolgreich digital gestützt. Das Streamen von Lehrvideos beispielweise funktionierte ohne Probleme und war für die Schülerinnen und Schüler ein klarer Mehrwert. Dies gilt besonders im Vergleich zu einer analogen Bildreihe oder der Demonstration eines Mitschülers, die nicht unendlich wiederholt werden konnte, keine Stopfunktion hat und in der Analyse der möglichen Fehlerbilder echt kompliziert ist.


Datenschutz?

Ja, ein wichtiges Thema. Daher bin ich von dem BYOD-Ansatz gerade im Sportunterricht nicht überzeugt. Die Störfaktoren und die Unkontrollierbarkeit von Video- und Fotofunktion erzeugen bei mir schon bei dem Gedanken daran Unsicherheit und Stress. Was machen die Schülerinnen und Schüler gerade in diesem Moment mit dem Gerät? Ist das relevant für das Lernen? Da ist die MoodleBox für mich die beherrschbarere und im Sinne des digitalen Lernens und Arbeitens deutlich entspanntere Technik. Schließlich haben wir mit dem Unterbrechen der Stromversorgung den Zugang zu allen Medien der Box unterbrochen. Ein Zugang zum „echten“ Internet gibt es nur, wenn ich die Box mit einem LAN Anschluss verbinde.

Beispiel für die Umsetzung – DUW Düsseldorf Dieter Forte GE – Josip Musan und Christian Schmahl


Thema – Selbstgesteuertes Bewegungslernen unter Einbindung digitaler Endgeräte zur Selbstoptimierung der Kraftübung KNIEBEUGE im Sportunterricht einer Klasse 7 an einer GE.


Arbeitsauftrag (hinterlegt auf der MoodleBox –papierlose Sporthalle)

Der Moodleraum auf der Box wies genau die gleiche Chronologie auf, um den SuS die Orientierung zu erleichtern. Passwörter für das WLAN der Box und den Zugang um Moodleraum wurden so konfigiriert, dass es barierefrei für die Schülerinnen und Schüler nutzbar war.





Kommentar einer Kollegin (Astrid Schmitt) an der Gemeinschaftshauptschule Bernburger Straße Düsseldorf (Digitale Unterrichtswerkstatt am 12.11.2019)

„Ohne Internetverbindung ist ein Digitaler Unterricht im Fach Sport sehr begrenzt. Durch eine MoodleBox kann ich zum Einen den Schülerinnen und Schülern eine Art „Internet“ bieten und zum Anderen schließe ich aus, dass die Schülerinnen und Schüler auf andere Dateien, Inhalte zugreifen als die für die Unterrichtsstunde relevanten. Ich habe die Unterrichtsreihe „Erarbeitung einer kriteriengeleiteten Choreografie zum Thema Pyramidenbau“ bisher mit einem Eingangsvideo und Fotos/Bilder durchgeführt. Mit Hilfe der MoodleBox konnten die Schülerinnen und Schüler die Videos in ihren Gruppen nach ihren Bedürfnissen anschauen, wiederholen, stoppen und kamen viel schneller und sicherer zu aufführungsreifen Ergebnissen.“ Astrid Schmitt

(Ein Beitrag von Christian Schmahl)


Für mehr Informationen und Zugang zu dem Material der Unterrichtsstunde:

Fotos & PDF: https://wakelet.com/i/invite?code=7b48b03






Wakelet Link


Videos:

Kniebeuge-Video: (https://vimeo.com/378309795)

Erklärvideo: (https://vimeo.com/378309896)


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